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  • Anita

Silberschmuck reinigen

Aktualisiert: 3. Apr 2018

Silberschmuck reinigen - effektiv und einfach




Warum man Silberschmuck reinigen soll. Egal ob das gute Erbstück der Urgrossmutter oder das Geschenk des Mannes zum ersten Hochzeitstag, Silberschmuck ist ein wahrer Hingucker – wenn man ihn richtig pflegt! Silber neigt grundsätzlich dazu anzulaufen oder seinen Glanz zu verlieren. Aber warum ist das eigentlich so? Ist der Schmuck angelaufen, bildet sich eine sogenannte dunkle Patina. Davon sind nicht nur edle Schmuckstücke betroffen, sondern auch Geschirr, Besteck oder Deko Elemente aus Silber. Diese Patina ist nichts Anderes als Silbersulfid. Grund dafür ist Oxidation. Kommt das Silber mit Luft in Berührung, reagiert es mit dem Sauerstoff und läuft mit der Zeit an. Entfernt werden kann dies wiederum nur mit einer erneuten chemischen Reaktion Beim Oxidieren gibt das Silber Elektronen ab, die eine Verbindung mit Schwefel eingehen. Dieser Verbindung kann wieder getrennt werden, wenn man das Silber und seine freien Elektronen mit einem minderwertigen Metall wie Aluminium zusammenbringt. Die Verbindungen zwischen Elektronen und Schwefel wird dadurch getrennt und übrig bleibt das reine Silber. Doch man kann Silberschmuck reinigen und das ohne grossen Aufwand.


Silberschmuck reinigen klassisch im Silberbad


Im Handel oder auch auf diversen Online Plattformen finden sich allerhand Reinigungsmittel und Tipps, mit denen man angelaufenen Silberschmuck reinigen kann wieder zum Strahlen bringt. Eine der beliebtesten und schnellen Methode sind Silberbäder. Diese haben nicht nur den Vorteil, dass sie schnell und effektiv reinigen, sondern bietet in den meisten Fällen einen nachhaltigen Anlaufschutz, der die guten Stücke auch nach der Reinigung schützen sollen. Aber Achtung! Falls in dem Schmuck ein Stein bzw. ein anderes Material mitverarbeitet ist, kann das Bad dem Schmuck schädigen. Hier empfiehlt sich ein Gang zum Juwelier, um zu prüfen welche Reinigung am besten geeignet ist.

Da auch bzw. besonders bei einem fertig gekauften Silberbad eine chemische Reaktion hervorgerufen wird, ist das Tragen von Schutzhandschuhe unbedingt notwendig. Die Flüssigkeit sollte wirklich nur mit dem Schmuck in Berührung kommen und nicht mit der Haut.

Die Dauer des Bades in der Silberlösung ist besonders wichtig, da der Schmuck nicht länger als 3 bis 5 Minuten untergetaucht werden sollte. Die jeweilige Gebrauchsanweisung des Silberbades gibt hierzu genaue Informationen. Lässt man den Schmuck zu lange darin schwimmen, besteht die Gefahr, dass er erneut läuft oder eine matte Oberfläche zurückbleibt. Es muss klar sein, dass das Bad Chemikalien enthält und die Verwendung deswegen genau überlegt werden sollte.

Für ein optimales Ergebnis sollte der Schmuck im Silberbad immer mal wieder bewegen werden, damit die Lösung in alle Zwischenbereiche eindringen kann.




Hilfe aus dem eigenen Haushalt


Wer teuren Silberbädern nicht traut oder beim Silberschmuck reinigen lieber auf chemische Zusätze verzichtet, der kann sich diverser Hilfsmittel aus der heimischen Küche bzw. dem eigenen Badezimmer bedienen. Das erfordert manchmal etwas mehr Geduld und eventuell eine wiederholte Anwendung, das Ergebnis ist allerdings dasselbe: Glänzendes Silber.

Nicht nur bei verfärbten Zähnen, auch bei angelaufenen Silber hilft sie: die Zahnpasta. Aber nicht jede Paste eignet sich für die Reinigung der edlen Schmuckstücke. Zu empfehlen sind milde Zahnpasten ohne Schleifpartikel. Zu kaufen in der Apotheke, aber auch im herkömmlichen Drogeriemarkt. Hier sind sie meist mit dem Zusatz „Sanft“ gekennzeichnet und an der durchgängig weissen Farbe zu erkennen. Die Zahnpasta grosszügig auftragen, ca. für zehn Minuten einwirken lassen und anschliessen das Silber mit einer weichen Zahnbürste schrubben. Mit den feinen Borsten lassen sich besonders gut verschnörkelte Muster und kleinteilige Verzierungen reinigen ohne die Beschichtung anzugreifen.


Bleiben wir im Badezimmer


Das Extra an Aktivsauerstoff, welches in Gebiss-Reinigungstabletten enthalten ist eignet sich hervorragend zum Silberschmuck reinigen. Es genügen eine bis zwei Tablette, in ausreichend warmem Wasser aufgelöst. Der Silberschmuck sollte hier für einige Stunden, am besten über Nacht, eingelegt werden, um die Verfärbungen zu lösen. Holt man die Teile heraus, können sie mit einem Mikrofasertuch abgetrocknet werden. Je nach dem Grad der Verfärbung muss der Vorgang ein – oder mehrmals wiederholt werden.




Alufolie und Salz – die Klassiker


Diese beiden Dinge hat sicher jeder zu Hause. In eine ausreichend grosse Schüssel werden erst ein Stück Alufolie sowie einen guten Teelöffel Salz gegeben. Die Mischung wird anschliessend mit heissem Wasser übergossen, sodass sich das Salz auflösen kann. Legt man dann den Silberschmuck hinein und lässt ihn einige Minuten darin schwimmen, kann man die gewünschte chemische Reaktion beobachten. Die Alufolie wird sich nach und nach verfärben, der Schmuck dagegen glänzt wieder. Den Schmuck mit klarem Wasser abspülen und auch hier die Prozedur nach Bedarf wiederholen. Für alle, die eine Spülmaschine haben, gibt es einen besonderen Trick: Den Schmuck in ausreichend Alufolie verpacken, sodass er nirgends raus lugt und anschliessend mit in die Spülmaschine geben. Was man normalerweise vermeiden sollte, ist in Verbindung mit der Alufolie absolut wirksam. Nach etwa 60 Minuten Spülzeit sollte der Silberschmuck wieder erstrahlen!


Wer keine Alufolie zur Hand, kann es auch mit einem reinen Salzbad probieren. Hier hilft allerdings kein gewöhnliches Tafelsalz, sondern konzentrierte Salzsäure, die mit klarem Wasser vermengt wird und die Schwefelverbindung löst. Der Schwefel ist aber auch der Grund dafür, dass ein solches Bad unangenehm riecht. Eine alternative dazu ist Zitronensäure, wobei das Prozedere dasselbe bleibt.


Silberschmuck reinigen - Abenteuerlich aber effektiv


Eine etwas abenteuerliche Methode sich den hässlichen Verfärbungen zu entledigen, ist zum einen ein Bad in saurer Milch oder das Abreiben mit einer aufgeschnitten rohen Kartoffel. Bei ersterer Variante wird der Schmuck über Nacht in saure Milch getaucht, sodass er vollständig bedeckt ist. Die Milchsäurebakterien kappen auch hier die Verbindung mit den im Silber enthaltenen Elektronen und Schwefel. Das Gleiche passiert mit der Stärke einer rohen Kartoffel, was sich allerdings nur für robuste Silberstücke eignet und häufiger bei Silberbesteck als bei Schmuck verwendet wird.


So ähnlich wie die Kartoffel funktioniert auch das Reinigen mit Natron oder Backpulver, in dem nichts Anderes als Stärke enthalten ist. In einer Schüssel mit Wasser aufgelöst, erreicht die Mischung jede Ecke des Silberschmucks und verleiht ihm über Nacht neuen Glanz.


Aschenputtel…


Wer kennt nicht die Geschichte des russgeschwärzten Aschenputtels. Vielleicht hat ihr späteres Strahlen einen besonderen Grund, nämlich die Asche, in der sie in der Küche schlief. Diese soll auch beim Silberschmuck reinigen helfen. Die in der Asche enthaltenen Kohlepartikel lassen das Silber wieder erstrahlen. Die alte und erkaltete Kaminasche mit einem sauberen Haushaltstuch gründlich in den Schmuck einreiben und anschliessend mit ausreichend warmen Wasser abspülen, damit keine Rückstände zurückbleiben.


Nach der letzten Party…


… kann man sich wieder frohen Mutes neuen Aufgaben widmen und warum dazu nicht das übrig gebliebene Bier verwenden? Den Silberschmuck einfach über Nacht in eine Schüssel mit dem alkoholhaltigen Getränk legen und die restliche Arbeit der Kohlensäure überlassen. Am Morgen danach das Schmuckstück gründlich abwischen.


Angelaufener Silberschmuck reinigen ist also keineswegs ein hoffnungsloser Fall und lässt sich mit ein paar Kniffen wieder blitzblank putzen. Fertige Silberbäder bieten den Vorteil eines nachhaltigen Anlaufschutzes, wobei dieser auch nur von kurzer Dauer sein wird, natürliche Hausmittel punkten dagegen mit einer schonenden Reinigung und einem geringen Kostenaufwand, da man die Zutaten meist zu Hause hat.


Selbst Silberschmuck reinigen ist also keine grosse Sache.

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